habe mut zu lieben

ich bin oft sehr vorsichtig in meinen äusserungen und gleichzeitig gibt es dinge, da habe ich eine klare meinung. warum tue ich mich dann manchmal so schwer, sie zu äußern? denn seine eigene meinung zu sagen, ist doch erstmal in ordnung. und das traue ich mir jetzt einfach mal.

es gibt etwas das natürlich ist. das artgerecht ist. etwas das kinderseelen brauchen. mit etwas meine ich nicht, daß es nur eine sache ist, sondern daß es eine richtung ist. zum beispiel bindung, nähe, verständnis. ich finde, daß es auch nicht dinge sind, die nur kinder brauchen, sondern wir erwachsene brauchen sie doch genauso. wir wollen auch verstanden werden. im arm unseres partners oder unserer partnerin einschlafen. vor allem wollen wir uns sicher und geborgen fühlen. geliebt.

ich glaube und erlebe also, daß kinder mit ihren eltern sein wollen und das brauchen. gerade die ersten jahre. nicht ausschließlich die eltern, aber die eltern quasi immer erreichbar.

UND es gibt auch das was wir erwachsenen brauchen : nämlich leben mit unseren kindern, dass gefühl kompetent zu sein, zu wissen, ich bin für mein kind wesentlich kompetenter als jede erzieherin, jeder lehrer etc. dieses selbst-bewusstsein wird durch vieles in unserer gesellschaft in den medien etc untergraben bzw im frage gestellt. und das meist subtil und unterbewusst.

ich glaube, es schaut aus wie es ausschaut, weil schon wir und unsere eltern etc in diese richtung gebracht wurden.

kinder haben und ihnen das eigene leben widmen, wirklich mit ihnen zu SEIN, in gemeinschaft zu leben ist unser natürliches bedürfnis und ich glaube es gibt viele muster, prägungen etc, weshalb eltern/mütter davor angst haben. und auch andere erwachsene. angst vor nähe, das gefühl nicht genug zu sein, isoliert in der wohnung sitzen statt zum beispiel ko-kreativ im familiengarten  … die liste ist leider lang.

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und ja, vielleicht kommt ein ganzer teil da vom krieg.  frauen die mit ihren kindern allein waren, ohne männer, zerrissene familien und die ganz stark das gefühl hatten ihren kindern nicht genug geben zu können. dazu die verzweiflung, eigene einsamkeit etc.

ich bin jetzt 36, ich habe mein erstes kind, ziehe ich meine kindheit ab, hatte ich mindestens 18 jahre ganz für mich. 18 jahre zeit für mich, zeit dies oder jenes zu tun. das sage ich mir, wenn ich mal denke mir entgeht was. ich richte meinen fokus auf das, was ich gerade erlebe, was ich bekomme, in jedem moment. jetzt ist einfach etwas anderes dran und ich habe es mir doch ausgesucht und gewünscht.

ich verstehe bei vielen nicht, warum sie kinder bekommen und dann so schnell den überwiegenden teil des tages weggeben.  ist es die tiefe angst vor nähe? vor entwicklung, den eigenen alten schmerzen? ist es einfach ein mangel am informiertheit – wie wichtig wir als eltern sind. wie unersetzlich. wie einzigartig diese ersten jahre sind.

fehlt die intuition, der instinkt?
ich glaube, dass die tatsächlichen und eigentlichen bedürfnisse der kinder und erwachsenen nicht konträr zueinander sind. im gegenteil.

sie sind gleich.

nähe, anerkennung, gemeinschaft, bestätigung, liebe fühlen und geben, geliebt werden, sich wertvoll fühlen, die erfahrung selbstwirksam zu sein…da kann man noch viel hinzu fügen.

in unserer gesellschaft ist zum beispiel anerkennung für viele mit geld gekoppelt. muttersein und elternsein wird immer noch nicht angemessen bezahlt.

ich finde, das darf und sollte uns nicht hindern für unsere kinder da zu sein. viele sagen, ihrem kind geht es gut, wenn es ihnen gut geht. da ist was dran. wenn es aber bedeutet das kind dafür in den ersten jahre seines lebens wegzugeben und nur einige stunden am tag mit ihm zu verbringen, dann stimmt das meiner ansicht nach und dem was ich lese und sehe nicht.

kinder brauchen ihre eltern. punkt.

sie sind kein beiwerk. kein schmuck. neben dem haus. dem auto. der schicken wohnung.

diese dinge sind ihnen gar nicht wichtig. und wenn sie ihnen später wichtig sind, dann, weil auch sie damit etwas kompensieren wollen. etwas bekommen wollen was sie als kind nicht ausreichend erfahren haben. zum beispiel nähe, anerkennung usw. nicht ausreichend erfahren haben auf die art wie sie es brauch(t)en.

sie sind dann die nächste generation die einen inneren mangel mit sich trägt, ihn als kind als baby erfahren und ihn teils vielleicht auch noch einmal weitergeben. sie werden probleme in ihren liebesbeziehungen haben, weil in ihnen noch der mangel lebt.

natürlich lachen viele kinder wenn sie beim kindergarten oder sogar in der krippe abgegeben werden. sie möchten es ihren eltern leicht machen. für sie ist es nämlich überlebenswichtig, daß es ihren eltern gut geht. und wenn es ihnen gut zu tun scheint, von ihrem kind getrennt zu sein, dann wird ihr kind ihnen gerne den gefallen tun – AUF EIGENE KOSTEN – und sie anlachen und das beste aus der situation machen.

gerade das was in den ersten jahren passiert entzieht sich oft unserer bewussten erinnerung. wenn dann später kommunikationsprobleme, konflikte und schulprobleme auftauchen denken viele nicht zurück an die kindergarten oder krippenzeit. da kann aber vieles begründet sein.

natürlich genauso schon in der schwangerschaft, geburt und der zeit danach.

und man kann nicht bei allem wissen wie es das kind prägt. ich finde aber, wenn man keinen klaren, bindungsorientierten instinkt hat oder alte muster die einen hindern diesem zu folgen (ich kann es mir nicht leisten/es wird erwartet/ich will mein kind ja gar nicht abgeben aber ich muß)
dann ist es wichtig sich zu informieren was artgerecht ist. wie es für das kind, das baby ist. und dann sein leben entsprechend zu gestalten. das sehe ich einfach als unsere verantwortung als eltern. wir geben etwas in diese gesellschaft und haben da enormen einfluss und wir sollten uns dieser verantwortung bewusst sein.

ein mensch der mit der sicherheit in die welt kommt und aufwächst, das seine bedürfnisse wahrgenommen, respektiert und erfüllt werden, wird es völlig normal finden, daß auch andere bedürnisse haben und in austausch und kontakt mit anderen gehen und ins miteinander.

mangel erzeugt konkurrenz, neid, missgunst und eifersucht.

vieles in unserer gesellschaft basiert gerade darauf. die viele betreuung ohne die eltern nährt dieses system. die vielen unnötigen kaiserschnitte auch. das nicht-stillen vieler oder nur kurz stilen auch.

möchtest du menschen um dich her, die immerzu angst haben zu kurz zu kommen? die angespannt sind und voller angst?

oder möchtest du menschen um dich her, die liebevoll und achtsam sind? aufmerksam und hingewandt?

du als mutter, als vater aber auch jeder andere, prägt mit seinem tun und seinem nicht-tun.

heile deine alten verletzungen, wenn sie dir im weg stehen, dich zum beispiel dabei behindern deinem kind liebevoll, unvoreingenommen und selbstlos zu begegnen.

denn eltern sein heißt in erster linie der liebe zu dienen. sich zu öffnen und sich hinzugeben. dem leben selbst.

alles liebe und von herzen mut für deinen weg und deine liebe,

katharina

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „habe mut zu lieben

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