„Mensche ist Mensche“

Im Fahrstuhl hatte jemand den neuen sauberen Spiegel gescrached. Bin doch echt entsetzt über diese Dreistigkeit. Fahre mit einer Russin nach oben. Sie starrt die ganze Fahrt kopfschüttelnd auf die „urbane Kunst“ am Spiegel. Sie scheint es noch mehr mitzunehmen, als mich. Kurz bevor die Türen sich öffnen und sie die Kabine verlässt, schaut sie mich an und sagt: „Mensche ist Menschen.“ Und damit schien sie in Frieden.

Heute zog ich eine „Engelkarte“: Vergebung. Ja, wie weit ich noch mehr in die Vergebung gehen darf. Bei der Erklärung zur Karte stand, dass Vergebung bedeute, in einer Welt zu leben, die sich mit dem Wesen des Menschen ausgesöhnt hätte.

Gerade, wenn ich Zeitung lese oder Nachrichten höre, dann werde ich mit einer Seite des menschlichen Wesens konfrontiert, die schon fast zur Perversion des Menschen gereicht. Wie viele Menschen leiden und agieren aus diesem inneren Elend heraus? Wie zerstörerisch, wie Wut und Hass beladen,  aus welch innerer Not wird Schmerz und Zerstörung in die Welt hinaus getragen?

Ich finde, es wird Zeit, das Schwert nieder zu legen. Versöhnung der Opfer und der Täter. Versöhnung mit dieser destruktiven Seite des Menschen ist dran. Versöhnung und Vergebung. Denn dann sind wir Menschen in der Lage, frei zu sein. Frei, unser wirkliches menschliches Potential zu leben. Dann können wir zeigen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.

Ja, die lichtvolle Entwicklung wurde von der Menschheit gewählt. Schluss mit diesem ganzen Untergangsgerede. Es geht auf, in unsere strahlende Zukunft. Und diese wird nicht dadurch erreicht, dass wir den Fokus unseres Denken und Tun und Handelns auf die Zerstörung richten, auf das Furchtbare, auf den Schrecken. Nein. Weder in Form der Verurteilung, der Abstrafung und der Ablehnung, noch in Form der Sensationsgeilheit, oder der eigenen Mittäterschaft. Ich glaube, dass dies nur durch wahre Annahme der Natur des Menschen und des Bewusstseins der Göttlichkeit selbiger geschehen kann.

Egal, welche Greul sich wir Menschen uns an tun, uns gegenseitig antun, unserer Umwelt antun … Wir sind aus uns heraus unserem Wesenskern entsprechend unschuldig. Es gibt keine Schuld. Zu verurteilen ist nur eine Laune unserer und ein Hobby oder Zeitvertreib. Aus Angst heraus und in die Kleinheit gehend. Genau hier setzt die Annahme, die Versöhnung und Vergebung an.

Öffnen wir uns unserer Größe, unserer wahren Größe, spüren wir, dass noch so viel mehr möglich ist. Dann bleiben wir nicht stehen, wo wir gerade sind. Geben uns nicht zufrieden.

Nein, was den Menschen ausmacht, ist ein Streben. Ein Streben nach Mehr. seiner Entwicklung nach zu streben. Mehr werden, mehr zu sein. Es ist dieser Ruf in jedem von uns, der uns auffordert, uns auf den Weg zu machen.

Daran muss ich denken bei dem Satz: „Mensche ist Mensche.“

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