Männer, schließt Frieden! 

Männer stehen oft noch immer im Schatten ihrer ersten großen Beziehung, die prägend für sie war: der Beziehung zur Mutter. Frust und Freud, Liebe und Leid sind richtungsweisend für die weiteren Beziehungen in ihrem Leben. Erst wenn der Mann seinen Frieden mit seiner Mutter gemacht hat, ist er bereit, wirklich frei und offen einer Frau zu begegnen.

Eigentlich wollte ich diesen Artikel „Männer, befreit euch!“ nennen. Denn es ist befreiend, Frieden zu schließen. Doch ist mir alleine dieser Titel zu aggressiv.

Aggression gehört hier zum Leben mit dazu. Doch ist es eine Frage des Wie: Wie findet die Aggression ihren Ausdruck? Innerhalb der Lebenskraft zum Beispiel kann die Aggressivität genau die richtige Würze geben. Kraftvoll Holz hacken oder zielgerichtet mit Pfeil und Bogen präzise schießen, oder aber in der Kampfkunst. Doch dies nur als am Rande bemerkt.

Was mich viel mehr beschäftigt, ist es als Mann, aus dem Schatten der ersten Beziehung, der zur Mutter, heraus zu treten. Durch Heilung, Transformation und Frieden mit der Mutter der eigenen Kindheit, ist der Mann einen wesentlichen Schritt zum Mannsein weiter gekommen. Die Versöhnung mit dem ersten Kontakt zum männlichen Prinzip in Form des Vaters aus Kindertagen, ist dann ein weiterer. Das öffnen für seine eigene reine Kraft, klare Stärke der Liebe, krönt das ganze dann nur noch.

Warum dieser Appell an euch andere Männer? Weil ich einen Blick auf unser System habe und weil mich Feminismus und auch andere Frauenbewegungen und Aufrufe, sich ihrer Kraft und Größe bewusst zu sein, trafen. Ich forschte dann in mir nach und fand etwas: der Krieg der Geschlechter dauert zu lange und viel zu lange sind beide Seiten in einem Gegeneinander gewesen, statt Seite an Seite in einem Miteinander zu sein.

Also was würde ein wahres freies Miteinander für unsere Gesellschaft bedeuten? Wie würde unser Potenzial, das Potenzial der Menschen, ja der Menschheit wachsen und größer und wundervoller sein, ja, wie würden wir strahlen, wenn wir Seite an Seite aus unserer Polarität heraus uns unterstützen würden und zusammen an dee gemeinsamen Entwicklung schaffen? Mit Sinn und Freude für die Natur des Menschen? Welch Garten Eden, welch Paradies könnten wir hier entstehen lassen?

Doch was ist nun stattdessen? Was traf mich, bei dem Aufbegehren der Frauen? Die Verhaftung der Dualität im Sinne der Einseitigkeit. Auch hier auf dieser Seite fehlt mir das wirkliche „Wir“, wie es auf der Männerseite praktiziert wurde. Doch so lange wir den Gegensätzen in einem Glauben an diese verhaftet bleiben, kann diese Gegensätzlichkeit nicht transformiert werden. Es geht um eine neue Ebene, auf die wir Menschen uns bewegen dürfen – und wir Männer dürfen dazu unseren Beitrag leisten. Wir haben dies zu tun, wenn auch wir freier, zufreideenener und glücklicher uns unserer Entwicklung und Größe hingeben wollen.

Ich behaupte, zu verstehen, warum ein Groß der Frauen reagiert, wie es reagiert: aus den Verletzungen heraus, die Männer Frauen zufügten. Doch scheint mir die Frage, warum Männer das den Frauen antaten, von wesentlichem Interesse zu sein.

Ich behaupte: aus Unsicherheit heraus. Heraus aus einem Gefühlschaos im Mann. Aus Angst.

Welch Faszination übt das Weibliche auf uns Männer aus? Welch betörende Anziehung ergreift von uns Besitz? Was ist es, dass wir so „willenlos“ werden bzw. beim Anblick Holger Weiblichkeit in solch Verzücken abdriften, nur noch von einem Wunsch beseelt zu sein? Warum werden wir unseres freien Willens beraubt und was ist die Faszination am Spiel der Geschlechter und an Verführung und verführt werden? Was ist die Anbetung der Schönheit für eine seltsame Eigenschaft?

Ich meine, nicht mehr „Herr“ unserer selbst zu sein, bringt eine enorme Unsicherheit mit sich. Außerdem sind Begierde und Lust sehr „entblößende“ Zustände. Wer ist denn gerne bedürftig und gibt dies schon zu?

Scheint es da nicht einfacher, sich zu „nehmen“, was einem so gut gefällt?

Zwei grundlegende Gedanken, habe ich zu diesem Thema: es scheint zwei Arten von Männern zu geben – oder aber besser, von großen Kindern, die noch immer der Beziehung zu ihrer Mama verhaftet sind. Das ist zum einen der „gute Junge“ und zum anderen der „Held“ mir kommt jetzt kein anderes Wort in den Sinn (der freie Macher?).

Der gute Junge oder auch Frauenversteher ist der weichgespülte Typ Mann, der Softy. Der, der sich anpasst und keine eigene Meinung hat, die Wünsche der Frauen errät und super mit ihnen klar kommt.

Der freie Macher hingegen, leugnet seine Beziehung und Abhängigkeit zur Mutter. Er macht sein Ding alleine. Angetrieben von Ablehnung der Bedürftigkeit, die das weibliche in ihm auslöst, sind alle Abstufungen denkbar von von oben auf die Frau herab blicken bis offene Verachtung und Hass. Solche scheinen oft für Frauen attraktiv, die auch so eine Beziehung zum Vater hatten, der in seiner Liebe unerreichbar für das kleine Mädchen war.

Aus dieser Haltung wurde meiner Meinung nach unsere Gesellschaft geboren: Männer entschieden über das Schicksal der Frauen. Sie rächten sich für das Leid und die Schmach, die ihnen in der ersten Beziehung zum Weibe zugefügt wurden. Jetzt drehten sie den Spieß um: „Jawoll. Wir liebten euch einst, doch habt ihr es nicht verdient. Jetzt sehet, was ihr euch damit eingebrockt habt.“ Solch unbewusste Haltung ist mit für die Jahrhunderte lange und alte Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau meiner Meinung nach verantwortlich.

Es ist an der Zeit, dies zu beenden. Wir Männer haben eine Kraft in uns. Die Kraft der Liebe, des Verzeihens und Vergebens. Die Liebe selbst, die uns ausrichtet und uns zu unserer wahren Größe verhilft.

Es ist Zeit, Frieden zu machen: mit unseren Erwartungen, unseren Enttäuschungen, unseren Bedürfnissen und unseren ganzen Groll und falschen Männerbildern. Welches wir stattdessen nehmen sollen? Diese Antwort kannst nur du dir selbst beantworten: werde der Mann, der in dir angelegt ist.

Schließe Frieden. Frieden mit deiner Mutter, Frieden mit deinem Vater. Frieden mit dem Sex. Frieden mit der Ex. Frieden mit dem Weiblichen. Frieden mit deiner Frau.

Werde zu dem Mann, der du im Grunde bist. Frei.

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