Gründe, den inneren Frieden aufzugeben … 

…  scheint es ganz ganz viele zu geben. Doch in Wahrheit gibt es keinen einzigen. Alles, was wir an Gründen aufführen kann es nicht rechtfertigen, unseren tiefen Frieden, den wir aus uns heraus Leben können, aufzugeben. Doch oft Leben wir eher in kriegerischen Zuständen, als dass wir den Frieden schon erreicht hätten. 

Ich arbeite und arbeite an meinem inneren Frieden. Oft habe ich ihn erlebt und immer mehr und mehr komme ich in den Zustand eines Friedens aus mir heraus. Auch wenn mir klar ist, dass es ein sofortiger Wandel ist, im Frieden zu sein, gibt es Blockaden in mir, die es zu einem Prozess werden lassen. Ich bin somit auf meinem Weg. So geschieht es ab und zu, dass ich von Äußerungen anderer getroffen werde und verletzt, wütend reagiere oder traurig. 

Doch wie kommt es dazu? Ich denke, dass dies die erwähnten Blockaden sind, die es verhindern, dass ich den Frieden sofort komplett annehmen kann. Es sind die Verletzungen aus meiner Kindheit. Alte Bewertungen und Annahmen. Mit ihnen reagierte ich oft automatisch. Mit Ärger und Wut, Rückzug und Trauer, Trennung und Einsamkeit. 

Wie kam es dazu und was ist nun zutun? Heute kann ich mehr über diese unbewussten Mechanismen erkennen. Es ist erstaunlich, was alles noch da ist, wie die Erinnerung funktioniert und was ich so bei mir entdeckte. Davon wollte ich hier berichten. Doch merke ich, es würde zu lang. Sollte es für dich hilfreich sein zu erfahren, was meine eigenen Verurteilungen und Gründe, mein Herz zu verschließen waren und was zu der damaligen Entscheidung, nicht mehr lieben zu wollen (denn da würde einem dann nur weh getan…) führte, dann lass es mich in den Kommentaren wissen. 

Mit der Zeit durfte ich lernen, dass ich irgendwann mich selbst entschlossen hatte, dass andere meiner Liebe nicht wert seien. Durch selbst erlittenes Leid und Schmerz und Enttäuschungen kam ich zu dem Entschluss, mich zu verschließen. Außerdem schmerzt es mich auch, wenn andere zum Beispiel nicht geliebt werden wollten, was mir wie eine Zurückweisung meiner vorkam. Weiterhin hatte ich dann soetwas, wie einen Katalog aufgestellt, wer denn meiner Liebe wert sei. Immer mehr fielen durch das Raster und ich merkte nicht, dass ich eigentlich der Rettung und der Liebe bedurfte, die ich anderen bringen wollte. Es ging so weit, dass ich es sogar vergaß, dass ich lieben wollte und im Grunde die Liebe auf eine seltsame Art und Weise verbog und umdeutete. Innerlich war ich hart und leer, suchte die Leere, durch äußeres zu füllen und erlebte weiterhin nur Enttäuschungen und keine Befriedigung. 
Aus dieser inneren Verhärtung und diesem sich selbst Ausschließen heraus, lebte ich im Mangel und musste eben um mein gutes Recht kämpfen. Es tat ja kein anderer. 

Doch ist der Kampf kein Frieden. Die Blockade kein Fließen. Einsamkeit, Groll und Hass keine Liebe. Nachtragen und Übelnehmen sind keine Vergebung. Und ein selbst gebautes Gefängnis ist keine Freiheit. 

Ich durfte eins lernen: die Gründe, die ich mit mir herumtrage, nicht im Frieden zu sein, scheinen nur mir plausibel und sie belasten vor allem einen: mich. 

Daher ist es besser, sich für den Frieden zu entscheiden. Und wie? Durch Vergebung. Indem ich meinem Gegenüber sein anscheinendes Versagen innerhalb meiner ihm auferlegten Maßstäbe vergebe, befreie ich ihn und mich. Brechen die Verhärtungen auf und kommt die Liebe wieder ins Fließen. So schenke ich Freiheit und bekomme sie im gleichen Maße zurück. 

Ja, und dann erkenne ich, dass es keinen einzigen Grund für die Aufgabe des inneren Friedens gibt. 

Danke für diese Gnade. 

Sebastian 

PS: Lass mich gerne wissen, wo du noch nicht vergeben magst, wo du Gründe für Kampf und Nachtragen siehst – wenn du möchtest, lösen wir dies gemeinsam. 

❤ 

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