Sehnsucht – Motivator oder Bremser? 

Ich stolperte gerade über eine Nachricht, in der in Aussicht gestellt wurde, aus der tiefsten Sehnsucht heraus, ein erfolgreiches Business auf die Beine zu stellen. Ist das denn möglich? 

Irgendetwas an dieser Nachricht kam mit seltsam vor. Außerdem wird mir gegenüber gerade öfter mal von den Wohltaten der Sehnsucht gesprochen. Zum Beispiel Sehnsucht als Motivation. Aus ihr heraus könnten so gute Dinge geschehen. Zum Beispiel könnten meine beiden älteren Töchter Sehnsucht nach ihrem Vater haben und ihn dann, wenn sie älter sind besuchen kommen. Oder aber die Sehnsucht nach Glück oder einem erfüllten Leben, triebe uns an, selbiges zu verwirklichen. Oder wie oben beschrieben, die tiefste Sehnsucht selbst zum Job werden lassen oder darin die Berufung finden. Das klingt wunderbar. 

Doch bei mir schwingt etwas anderes mit. Vielleicht ist es das, was mich so berührt und weshalb ich gerade auf die Sehnsucht in der letzten Zeit so sehr reagiere, sie in meinem Leben auftaucht. Die Welt als mein Spiegel. 

Tatsächlich habe ich eine andere Einstellung zur Sehnsucht – und dies wurde mir erst jetzt so richtig klar. Geht es nicht beim sehnen, ersehnen, herbeisehnen gerade eben um eins: dass es etwas im Moment nicht gibt? Doch ist dann die Sehnsucht nicht die Suche nach etwas, was es nicht gibt? Geht es nicht bei der Sehn-Sucht gerade darum, das Sehnen zu einer Sucht zu kultivieren? Wird Sehnsucht dadurch nicht zu einem Selbstzweck? 

Da das Thema Sehnsucht so sehr in meinem Leben auftauchte, habe ich nachgespürt – und durfte an einigen Stellen etwas finden, wo ich die Sehnsucht ihretwegen lebe. Schon immer habe ich auch einen Faible für Schnulzen. Rührend Filme liebe ich. Denn genau da wird dies angesprochen. Doch auch im normalen Alltag kann Sehnsucht etabliert werden. Und dann kann es richtig haarig kommen. Unbemerkt halten wir uns unsere erwünschten Ziele vom Hals, um in der wohliges Sehnsucht es uns gemütlich einzurichten und in Wunsch- und Traumwelten zu verharren, die dann im Abgleich mit der Realität uns zu Selbstmitleid berechtigen. Oh, süße Melancholia, welch kuschelig, weiche Decke du doch scheinst. 

Ich glaube für mich wird es Zeit, da liebevoll mal aufzuräumen. Es ist dies nicht, was ich noch weiter leben will. Nein, es geht um das pure, echte Leben. Frisch, lebendig und aktiv – hier und jetzt. Mit Zielen, die erreicht und Träumen, die realisiert werden. 

Ich freue mich, von euch zu lesen, wie ihr mit der Sehnsucht umgeht und was eure Sicht darauf ist, welche Erfahrungen habt ihr gemacht? 

Liebe Grüße von Herzen 

Sebastian 

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