Eine Nacht im Wald

Heute spüre ich das Leben so sehr in mir.

Tag drei der sich neu entwickelnden Morgenroutine – und es geht mir gut.
Das Aufstehen heute fiel mir besonders schwer, da sich meine Bettgehzeiten noch nicht ganz dem neuen Umstand angepasst haben. Dennoch: Aufstehen, Meditation, Spaziergang, Blogging – so sieht es zu zeit bei mir aus, und nach der Medi komme ich frisch in die Gänge.

Beim Spaziergang durch den Wald wurde ich mit wohligen Schauern über den Rücken an mein Schwitzhütten-Erlebnis erinnert, bei dem ich eine Nacht wachend im Wald verbrachte.
Ich fürchtete mich im Dunkel, seit ich ein kleiner Junge war. Doch das hat sich nun geändert. Was genau mir im Dunkel solche Angst machte, kann ich garnicht sagen. Jedenfalls gab es als Kind immer die verschiedensten Rituale gegen die Angst in der Finsternis.

Nun, am Wochenende der Schwitzhütte ergab sich die wundervolle Möglichkeit, im Anschluss an die Schwitzhüttenszeremonie in den Wald zu gehen und das Shifting dort wirken zu lassen. Es war grandios.

Der Wald und die Dunkelheit waren einfach nicht mehr bedrohlich. Sondern ich tauchte in das Dunkel ein, wie in eine schützende Hülle. Eine wohlige Decke, die mich umfängt, schützt und wärmt. Auch wenn ich frohr. Das war immer wieder der Augenblick, wenn ich aus diesem schönen Gefühl, dort in der Dunkelheit eins mit dem Leben zu sein, heraus gezogen wurde: das Frieren. Ansonsten verschmolz ich mit dem Baum, der Umgabung, ja mit der ganzen Welt. Wie es Albert Schweitzer sagte, wurde mir bewusst, dass ich Leben, inmitten von Leben bin, das leben will. Das war eine so wunderbare Erfahrung, diese Einheitserfahrung, die mich sehr berührte.

Ansonsten „sah“ ich verschiedene Sachen. Am Anfang hatte ich regelrecht einen „Film“, in dem die Umgabung zerfloss und Formen und Farben aus diesem Dunkel auf mich einströmten. Wie ein Trip ohne Drogen. Sehr schön.
Doch dann änderte sich meine Wahrnehmung und der Mond brach zwischen den Wolken hervor. Ich wunderte mich, was der eine silbern leuchtende Fleck auf dem Boden da vor mir war. Jetzt kann ich mir sehr gut vorstellen, wie die Sagen von den Schätzen der Zwerge entstehen, die auf einmal aus dem Boden heraus kommen, um nur im nächsten Augenblich wieder zu verschwinden. Ausgegossenes Silber Bedeckte den Waldboden. So auch wie Rowlings Blut des Einhorns: flüssges Silber im Wald vergossen.

Immer wieder änderte sich die Umgebung, und obwohl ich mich auch zweimal sehr erschreckte, einmal, als etwas direkt am Stamm „meiner“ Eiche schräg hinter mir herum lief, und einmal, als ich den Windhauch des Flügelschlags einer Fledermaus im Gesicht spürte, so war doch immer diese Gewissheit der Güte der Schöpfung und ihres Schöpfers tief in meinem Herzen mir bewusst. Es ist eine unbeschreibliche Liebe, aus der heraus wir hier am Leben sind.

Und genau daran werde ich erinnert, wenn ich morgens meinen Spaaziergang im Dunkeln in aller Frühe mache.
Danke.

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