Was machen, wenn es doch mal knallt?

Dran bleiben.

Immer wieder kann es in einer Beziehung vorkommen, besonders in einer Wachstumsbeziehung, dass die Partner sich gegenseitig – subjektiv empfunden – nicht liebevoll! sondern sich gegenseitig triggern oder auf die Schmerz-Knöpfe drücken. Dies kann dann beim Gegenüber verschiedenste Reaktionen auslösen. Dabei reicht die Palette von leichtem Unwohlsein, über aus dem Kontakt gehen, bis hin zu Ausrastern mit Streit und wüsten Beschimpfungen.

Manchmal laufen die Programme auch so ab, dass sie uns so wenig bewusst sind – zack und wieder in die selbst gebaute Falle getappt.

In mir kocht es heute – und ich mache es wieder so, wie auch sonst: ich drückte es weg. Immerhin weiß ich ja jetzt, dass es in mir kocht und dass ich innerlich rase – vor Wut. Es schreit in mir. Und ich bin voll verbissen, knirsche mit den Zähnen. Und Katharina wies mich noch darauf hin, dass ich wirken würde, als würde ich mich selbst vom glücklich sein abhalten wollen.

Und genau das ist es.

Bei mir ist im Moment ein Programm am Laufen wie “Sag mir nicht, was ich tun soll.” Es ist schönes Wetter und da wollen wir einen Ausflug machen. Und ich miesepeter hier in der Gegend herum. Um nicht glücklich zu sein und nach dem Motto, das scheiß schöne Wetter kann mich mal. Von schönem Wetter lasse ich mir nicht vorschreiben, wann ich raus zu gehen habe.

Wir helfen Eltern, die mit sich und ihren Beziehungen unzufrieden sind, wieder glückliche und erfüllende Beziehungen zu sich und ihren Familien zu leben.

Immer wieder bin ich ein wenig verwirrt: soll ich mir eine Strategie überlegen, eine Systematik, mit der ich meine Artikel schreibe und veröffentliche? Schlagworte, unter denen meine Artikel über Suchmaschinen gefunden werden können? Und dann Artikel, die eine Botschaft mit sich führen, die ich verkünde und die so aufeinander aufbauen, dass dann die Botschaft immer klarer heraus kommt? Also Strategie und Taktik und damit geht es vorwärts. Einen Sinn verfolgend?

Ja, das wäre doch eine feine Sache.
Doch ist es auch wirklich meine? Oder gehe ich lieber danach, wie es aus mir heraus kommt? Echt? Unverfälscht? So, wie ich denke und fühle, auch wenn ich mich bei einigen Themen wiederhole. Oder eben eine Lösung, ein Herangehen sich auch wiederholt, nur eben der Auslöser, der in eine ähnliche oder eben gleiche Situation führt nur anders ist? Muss ich da immer originell sein?
Ja und nein. Denn genau so ist ja mein Leben. Wenn ein neuer Tag mal wieder seine alten Probleme mit sich bringt, wenn ich mal wieder in einem Loch sitze – gefühlsmäßig, vom Antrieb her oder wie auch immer. Wenn ich mich mal wieder verurteile. Und so weiter und so fort – dann kann ich durch mein berichten davon und eben auch, wie ich da wieder raus komme und wie es leichter und leichter wird und wie ich neue Ebenen erreiche und da es sich teilweise wieder fetter anfühlt und ich geneigt war, mutlos zu werden, die Sache zu schmeißen,  aufzugeben…  Davon zu berichten, wie es weiter geht, kann anderen Mut machen. Wenn es euch auch ab und an so geht. Ihr seid nicht allein. Es geht weiter. Und es wird besser und besser. Und dann ist wieder das Gefühl für den Schalter da und für das schöne Leben. Und das leben wir. Es ist unser Wunsch und Wille. Das ist es, was wir wirklich wirklich wollen.

In Liebe
euer Sebastian

Update 2. August: diesen Artikel hatte ich schon vor zwei Monaten verfasst. Doch haderte ich bisher mit seiner Veröffentlichung. Heute nun wieder knallte es mal wieder zwischen Katharina und mir und wir sind beide in Projektion und gegenseitigen Vorwurf, gerechten Zorn und Opferhaltung gegangen. Mir hatte vor zwei Monaten das Verfassen dieses Artikels, Do wie er ist geholfen, um danach wieder in den Kontakt zu gehen. Und so hilft mir auch jetzt, das darüber schreiben. Wichtig ist: sich bewusst sein, was ich gerade abziehe. Und mich dann auch bewisst zu entscheiden – will ich jetzt wirklich übel nehmen? Ja? Dann mache ich es eben auch weiter hin. Oder aber kommt nicht dann schon mit hoch, dass ich mich auf einmal nicht mehr so ernst nehme bzw. merke, dass ich tatsächlich eigentlich dich lieber wieder im Kontakt bin. Ohne mich zu verbiegen, sondern weil ich es will. Eine bewusste Entscheidung. Dann geht es weiter. 

❤ 

Advertisements

2 Gedanken zu „Was machen, wenn es doch mal knallt?

  1. Wow, Sebastian. Ein unheimlich toller, ehrlicher, mutiger Text. Super! Es hat mich sehr berührt, denn ich kenne das Thema nur zu gut. WIR kennen das. Mein Mann und ich. Unseres Herausforderung liegt darin, den anderen in seiner Andersartigkeit zu sehen und zu respektieren. Denn wir sind grundverschieden. Trotzdem lieben wir uns über alles. Wenn wir streiten habe ich manchmal das Gefühl, wir sind zwei Fünfjährige. Besonders schlimm ist das für mich, wenn unser Sohn alles mitbekommt. Ich rase manchmal vor Wut und alten Wunden, die aufbrechen, dass ich dann nicht mehr weiß, wie ich damit umgehen soll. Aber ich arbeite daran. Jeden Tag! Danke, Sebastian! Deine Jenniffer

    Gefällt mir

    1. Hallo Jenniffer,
      Danke für deine offene und liebe Rückmeldung. Den anderen in seiner Andersartigkeit sehen und annehmen – das empfinde ich ja als genau den Weg, mit dem wir einander in Beziehung begegnen.
      Und das Schöne am dran arbeiten ist, dass es besser wird, die alten Wunden heilen und es sich heiler anfühlt. Darin liegt meiner Meinung nach die Chance und der Sinn einer Wachstumsbeziehung – ein mutiger Schritt und der Weg beschenkt uns jeden Tag. Danke.
      Von Herzen alles Liebe
      Sebastian

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s