Wenn zwei sich streiten … 

…  schmerzt das den Papa. 

Die Kinder sitzen mit uns großen Menschen im Auto. Es ist spät, alle sind müde und angestrengt von dem Tag. Da kommt es zwischen den beiden Schwestern zu Streit. Das passiert in letzter Zeit öfter mal. Außerdem wird es immer heftiger zwischen den beiden. Sie kriegen sich richtig in die Wolle. Ja, sie sind auch handgreiflich. Und ich, der Vater, habe beide lieb. Mir geht es in solchen Situationen nicht gut und ich neige dazu, mein eigenes Unwohlsein dann auch noch mit ein zubringen und beide Kinder oder eines anzuranzen (vornehmlich das ältere, weil das ja auch vernünftiger sei…). 

Doch ist es das? Was passiert in mir, wenn sich die beiden in die Haare kriegen? In mir gibt es dann eine enorme Angst. Ich bekomme direkt Angst – ja wovor? Davor, dass die beiden Schaden nehmen könnten. Davor, dass ihre Beziehung zueinander gefährdet ist. Davor, dass es meinen Frieden bedroht? Die Erinnerung an die Angst aus meiner Kindheit, als ich mich mit solchen Situationen konfrontiert sah? Angst vor meinem Versagen? Angst vor meiner Ohnmacht? Hilflosigkeit? 

Ich stehe daneben und sehe, wie das mit beiden direkt zur Sache geht. Und es tut mir in der Seele weh. Es bricht mir das Herz. Beide Kinder liebe ich. Dennoch haben die gerade etwas miteinander auszumachen, was bei mir etwas auslöst. Es trifft etwas in mir. Darum scheint es zu gehen. Da liegt der Hase im Pfeffer. 

Was ist also zu tun? Was kann ich wirklich machen? 

Mich liebevoll um meine eigenen Gefühle kümmern. Mich meiner Angst, Wut, Trauer, meinem Hass, meiner Ohnmacht und meiner Hilflosigkeit stellen, die in dieser Situation mit drin stecken. 

Die Kinder sind mein Spiegel. Es gibt da also auch eine ganze Menge anzunehmen, jeden Aspekt aus der Situation bei jedem der beiden streitenden Parteien. Und dann? Ihnen meine Liebe schenken. Beide segnen und genau so annehmen, wie sie sind. In mir kann ich die Situation wandeln, bereinigen. Nirgends anders wo. 

Als Bild mag hier Morgan Freeman in seiner Rolle als Gott in „Bruce allmächtig“ dienen. Er zeigt sich als Reinigungskraft in einem Loft und wischt diesen riesigen Boden einfach – Tag für Tag für Tag. Der fällt mir da öfter zu ein, wie er da so arbeitet, schmuck weiß gekleidet. 

Die beiden Kinder zu Frieden zu nötigen? Mit kämpfen? Nein. Nur in mir kann ich aktiv sein und aufräumen. Dann kann ich damit auch nach außen treten. 

In Liebe. 

Sebastian 

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