Beziehungen auf Augenhöhe

In meinen Beziehungen gab es bisher oft das Problem von Ungleichheit. Entweder betete ich eine Frau an und fühlte mich ihr unwürdig, stellte sie also auf ein Podest, oder aber ich sah auf die Frau herab und betrachtete sie als fehlerhaft, minderwertig, meiner unwürdig. Das klingt jetzt alles recht hart und es war auch nicht so in dieser Dramatik immer zu spüren. Nein, kleine Verachtung, kleine Ängste und ganz kleine Minderwertigkeiten waren oft einfach so anwesend. Ihnen auf die Schliche zu kommen, war nicht immer einfach und auch jetzt ist Obacht geboten. Eine feinere Selbstwahrnehmung ist hier sehr hilfreich, um zu merken, wie schaue ich denn auf mich und meine Beziehung. Ein besseres Selbstbewusstsein. In dem Sinne, dass ich mir meiner selbst bewusst bin.

Und wenn ich nun festgestellt habe, dass es ein Gefälle gibt? Dann ist es an der Zeit, sich der Ebenbürtigkeit zu verpflichten,sich für Ebenbürtigkeit in der Beziehung zu entscheiden.

So einfach, wie es klingt, so schwierig kann sich das gestalten. Als ich das erste Mal davon hörte, leuchtete mir Ebenbürtigkeit direkt ein und ich war voll und ganz dafür. Direkt verpflichtete ich mich und wartete nun auf den guten Effekt, der da eintreten möge. Das war aber nix. Es geschah einfach keine all zu große Reaktion.

Jetzt kann ich rückblickend sagen, dass es genau darum ging. Es war nur ein Lippenbekenntnis, das ich direkt bei der aller kleinsten Unstimmigkeit zwischen mir und Katharina bereit war, beiseite zu legen, die Waffen zu zücken und auf in den gerechten Kampf zu ziehen – gegen meine Beziehung, gegen meine Partnerin und gegen diesen Drachen, der mich anscheinend so ungerecht behandelt und angreift, am Ende gegen mich.

Doch was ich in solch einem Moment eigentlich tat, war mir nicht bewusst. Ich handelte ja aus begründeter Selbstverteidigung heraus. Ich fühlte mich im moralischen Recht. Doch war es eben wirklich gegen meine Freundin, gegen meine Beziehung, gegen die und das, die und was mir wichtig ist. Ich kämpfte in solchen Momenten immer gegen mich und zerstörte eher, was ich zu erlangen suchte. Eher schob ich mein Ziel in unerreichbare Ferne, statt dass ich es leichter erreichte.

Und die Ursache für solche Machtkämpfe? Die liegt in der fehlenden Ebenbürtigkeit. Meine Entscheidung für die Ebenbürtigkeit, ist gerade in solchen Situationen gefragt, in denen ich (unbewusst) diese Entscheidung bei Seite legte und sie missachtete. Gerade da habe ich mich ihrer wieder zu erinnern und diese Entscheidung zu unterstützen, sie zu festigen.

Und genau dann tritt dieses gute Gefühl ein, was mir zeigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Was mich in mir auf richtet und dieses große Ja! wieder einmal bestätigt. Was mir zeigt, darauf kommt es an.

Diesen Weg gehe ich und ja, das ist die richtige Entscheidung.

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